Hajk Bericht


Wir waren die letzten Tage auf dem Baikaltrail hajken (für alle nicht Pfadfinder, Wandern mit Gepäck, Zelt und ausreichend Essen für einige Tage).

Abschied von der Gastgeberin und ihrer Tochter, aber auch von den drei Hunden fiel schwer, trotzdem machten wir uns fröhlich und mit ca. 22 kg Gepäck auf den Weg ins Abenteuer Hajk am Baikalsee. 

Erster Stop war der örtliche Tante Emma Laden, bei dem die Auswahl eher als begrenzt beschrieben werden kann. Hier kam dann auch Maшa(Mascha) dazu eine Pfadfinderin von den Baikalscouts. 

Das erste Stück des Weges war direkt das härteste des gesamten Hajks, es ging für ca. 5 km stetig und recht steil bergauf, was für manche Teilnehmer der Gruppe weniger Probleme bereitete als für andere. Auf diesem Stück verloren wir viel Zeit und kaum auf der Bergkuppe angekommen konnten wir erstes, leises Donnern in der Ferne vernehmen. Zum Glück ließ der Regen noch auf sich warten, bis wir den grade erst erklommenen Berg schon fast hinab gestiegen waren.

Mit dem drohenden Gewitter wurde schnell entschieden, dass es Zeit war das Zelt aufzubauen. Leider waren wir nicht schnell genug und kamen in einen Wolkenbruch, welcher uns in kürzester Zeit komplett durchnässte. Trotzdem war es ein echtes Erlebnis, den Blitzen auf dem Baikalsee zuzuschauen und dann bei Kerzenschein im warmen Schlafsack einzuschlafen.

Nachdem es die komplette Nacht und auch den Morgen geregnet hatte, begannen wir den Tag spät und verteilten das Gewicht um, hauptsächlich indem eine Person die Kothe (für die nicht Pfadfinder: unser Zelt) alleine nahm. Am Abend kamen wir an einem wunderschönen Platz vorbei und entschieden kurzfristig die Tagesetappe 2 km eher zu beenden und uns noch im Baikalsee zu erfrischen. 

Beim Abendessen erreichte uns dann die Nachricht, dass die Fähre an unserem Ziel ausgebucht war und die einzige andere Möglichkeit war mit einem privaten Boot zu fahren, auf dem leider nur 4 Leute Platz hatten. Insgesamt waren wir aber leider 9 Leute (5 in unserer und 4 in der anderen Gruppe), daher erklärte sich Max J. bereit die kompletten 22 km zurück zu laufen. Damit dies funktionieren könnte, musste Paul dann nur vor 11 Uhr am 7 km entfernten Zielort ankommen.

Um den Plan umzusetzen gingen wir früh schlafen und konnten nicht wie erhofft den tollen Platz richtig genießen.

Am nächsten Tag ging Paul um 6 Uhr los und ließ uns die schwersten Sachen zurück. Auch wir standen früh auf und bauten noch im Frühnebel das Zelt ab. Laurenz trug wieder das gesamte Zelt, womit sich das Gewicht seines Rucksacks auf ca. 31 kg erhöhte. Diese letzte Etappe war wohl die schönste, ohne viele Berge und immer direkt am Ufer des Baikalsees entlang. Trotz einer größeren Pause, in der wir den Rest des Käses, die restliche Salami verputzten und die Füße im See abkühlten, kamen wir relativ früh am Ziel an und hatten noch 4 Stunden Zeit, bis uns das gebuchte Boot abholte. Da es sehr sonnig war wurde schnell eine halbe Kothe für Schatten aufgebaut und jemand ging nochmal Schwimmen. 

Die Bootsfahrt zurück zum Ausgangspunkt war sehr schön und wir konnten in der halben Stunde nochmal komplett betrachten, was wir in den letzten Tagen gelaufen waren. 

Mascha half uns den richtigen Bus zu finden und nach einer abenteuerlichen Fahrt sind wir in Irkutsk angekommen.

Zurück bleibt die Erinnerung an einen wunderschönen Hajk mit fantastischer Landschaft und eine neue Freundschaft.

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